Ständig und überall weht die Zeit wertfrei und ohne Absicht. Für jeden von uns ist Zeit aber wichtig, wir kontrollieren, überwachen, fraktionieren..
09. 05. 2026 - 31. 07. 2026
Die Sonderausstellung zeigt die künstlerische Entwicklung von Paul Raddatz, die tief in der Auseinandersetzung mit der Linie verwurzelt ist. Schon in seiner frühen Kindheit von seinem Großvater, dem Maler Helmut Schulze, geprägt, entdeckte Raddatz seine Leidenschaft für Kunst. Besonders prägend war seine Auseinandersetzung mit Graffiti, bei dem die Linie als gestalterisches Element eine zentrale Rolle spielte. Dies bildete die Grundlage für seine späteren Arbeiten, die immer stärker auf der Leinwand und in experimentellen Formen entstanden.
Seit 2020 verfolgt Paul Raddatz eine konsequente Technik, bei der seine Werke vollständig aus einer einzigen, durchgehenden Linie entstehen. Die Linie ist dabei nicht nur ein formales Werkzeug, sondern das verbindende Prinzip seines gesamten künstlerischen Prozesses. Sie bildet die Basis für abstrakte und minimalistische Werke, die sich in raumbezogenen Installationen und großflächigen Gemälden manifestieren.
Die Ausstellung „Die Linie“ bietet einen einzigartigen Einblick in die faszinierende Welt von Paul Raddatz, die von der simplen, aber kraftvollen Idee der Linie durchzogen ist – als formgebendes Element und als verbindendes Prinzip seiner künstlerischen Praxis..
3 Königinnen Palais, Schlossinsel 2A, 17252 Mirow

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11. 06 bis 30. 08 2026
Die dritte Ausstellung in der Reihe IM HIER IM JETZT der Kunstsammlung Neubrandenburg widmet sich dem Schaffen Wolfram Schuberts. Der Künstler gehört zu den einflussreichsten Persönlichkeiten der Nachkriegsgeneration in der Region Mecklenburgische Seenplatte und feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag. Die Ausstellung vereint Malerei, Zeichnung, Druckgrafik sowie Entwürfe baubezogener Gestaltung aus der Kunstsammlung Neubrandenburg, dem Archiv Bildende Kunst MSE und dem Neubrandenburger Stadtarchiv.
Wolfram Schubert gehört zu den prominenten Künstlern der Nachkriegsgeneration, der vor 1990 mehrfach an der Deutschen Kunstausstellung in Dresden teilnahm. Neben seinem Wirken in Neubrandenburg war er von 1972 bis 1977 unter Walter Womacka Dozent und Leiter des Fachbereichs Malerei an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Für den öffentlichen Raum schuf er unter anderem die markanten konkret-abstrakten Giebelgestaltungen an den denkmalgeschützten Plattenbauten in der Neustrelitzer Straße in Neubrandenburg. Seine Werke befinden sich in bedeutenden Sammlungen und Museen, darunter die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, das Deutsche Historische Museum Berlin, das Kunstarchiv Beeskow, die Kunstsammlung Neubrandenburg und das Archiv Bildende Kunst Mecklenburgische Seenplatte.
https://www.kunstsammlung-neubrandenburg.de/index.php?object=tx,3401.5&ModID=7&FID=3401.294.1
12. 06 bis 12. 07 2026
Vernissage am Freitag, dem 12. Juni 2026 um 19.30 Uhr; in der Fabrik.Galerie für gegenwärtige Kunst der Alten Kachelofenfabrik Neustrelitz
Beim Betrachten von Bernd Kommnicks Werk „Trilogie“ wird rasch deutlich, dass man es nicht mit einem einzelnen Bild zu tun hat, sondern mit dem fein austarierten Zusammenspiel dreier eigenständiger Leinwände: unterschiedlich in ihrer Länge, vereint jedoch durch dieselbe Höhe und eingefasst in einen gemeinsamen Rahmen. So entstehen drei autonome Bildkörper, die erst im Miteinander ihre volle Bedeutung entfalten – ganz im Sinne einer Trilogie, deren Teile voneinander leben und zugleich untrennbar miteinander verbunden sind.
Kommnick orchestriert diese Dreigliederung mit einem außergewöhnlich feinen Gespür für Rhythmus und Proportion. Die unterschiedlich dimensionierten Flächen stehen in einem beinahe dem goldenen Schnitt entsprechenden Verhältnis zueinander – jenem seit der Antike beschriebenen Maß harmonischer Ordnung, das bis heute als Inbegriff stiller Schönheit gilt.
Auf den rauen Grund des Leinens legt der Künstler transparente Farblasuren von großer Zartheit. Erdige Töne bestimmen die Komposition: Sand, Schiefergrau, gedämpftes Blau und warmes Gelb erinnern an Landschaft, Stein und Licht. Die Farben scheinen dabei nicht abgeschlossen auf einer Fläche zu ruhen, sondern wandern wie leise Echos von Leinwand zu Leinwand. Aus dem Sandgrau steigt ein schieferblaues Grau empor, während in den schimmernden Grautönen der kleinsten Bildfläche wiederum Spuren des warmen Sandtons aufleuchten. Die quadratische gelbe Fläche schließlich wird von einem vibrierenden Rot durchdrungen, das raffiniert an den Seiten des Keilrahmens hervortritt und dem Werk ein beinahe geheimnisvolles Leuchten aus der Tiefe verleiht. Und selbst unter dem Gelb bleiben die kühlen schieferblauen Nuancen spürbar gegenwärtig – wie ein verborgenes Echo.
So erweist sich Bernd Kommnick als Meister der leisen Übergänge, der subtilen Details und der fein austarierten Harmonie. Seine Arbeiten entfalten ihre eigentliche Kraft weniger im schnellen Blick als in der persönlichen Begegnung – dort, wo Farbe, Material und Rhythmus beginnen, ihre stille Poesie zu entfalten und auf Betrachteraugen treffen, die bereit sind, sich auf diese Nuancen einzulassen. Text: M. Matschenz

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